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Was eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet

Die Beiträge liegen zwischen 30 und 200 Euro im Monat. Was Beruf, Eintrittsalter und Gesundheit tatsächlich bewegen.

DH
Daniel Herzog
Inhaber und Versicherungsmakler

Fast jede Woche werde ich nach dem Preis einer Berufsunfähigkeitsversicherung gefragt, und meine Antwort passt nie in eine einzige Zahl. Ich habe Angebote über 28 Euro im Monat gesehen und Angebote über 240 Euro, bei nahezu gleicher Leistung. Diese Spanne ist kein Zufall, und sie liegt nicht immer am Versicherer. Sie hängt an einer Handvoll Faktoren, die die meisten Menschen erst prüfen, wenn sie schon unterschrieben haben.

Wichtige Erkenntnisse

  • Monatliche Beiträge liegen typischerweise zwischen 30 und 200 Euro. Der mittlere Beitrag am Markt lag zuletzt bei etwa 75 Euro für rund 1.300 Euro monatliche Rente.
  • Der Beruf ist der größte Kostentreiber. Ein 30-jähriger Ingenieur zahlt für 1.000 Euro Rente rund 30 Euro, ein Dachdecker etwa das Dreifache.
  • Das Eintrittsalter verdoppelt den Beitrag im Laufe weniger Jahre: Für 1.500 Euro Rente zahlen Sie mit 25 etwa 35 bis 60 Euro, mit 40 dagegen 70 bis 95 Euro.
  • Die Gesundheit entscheidet über die Konditionen. Vorerkrankungen, Rauchen oder risikoreiche Hobbys führen zu Zuschlägen von 20 bis 100 Prozent, zu Ausschlüssen oder zur Ablehnung. Ab etwa 51 Jahren ist mit einer ärztlichen Untersuchung zu rechnen.
  • Vergleichen Sie den Preis zuletzt, und nur zwischen gleich starken Tarifen: Leistung ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit, Verzicht auf abstrakte Verweisung, sechs Monate Prognosezeitraum und Beitragsbefreiung im Leistungsfall.

Was eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Monat kostet

Die ehrliche Antwort auf die Kostenfrage ist eine Spanne. Die meisten Menschen zahlen zwischen 30 und 200 Euro im Monat. Wo Sie darin landen, hängt an Ihrem Profil.

Häufig werden rund 50 Euro als grober Marktdurchschnitt genannt. Marktübersichten, die über alle Berufe, Altersgruppen und Rentenhöhen mitteln, kommen eher auf 86 bis 88 Euro. Sind Sie jung und in einem risikoarmen Beruf, beginnen Angebote bei 22 bis 35 Euro. Liegt Ihr Risikoprofil höher, rechnen Sie mit 100 bis 250 Euro und mehr. Ihr konkreter Beruf und die Einstufung durch den Versicherer bewegen den Beitrag dabei stärker als Ihr Alter. Als Anhaltspunkt: Ein 30-Jähriger mit 60.000 Euro Einkommen, der 2.500 Euro Monatsrente bis 67 absichern will, zahlt häufig 45 bis 65 Euro.

Behandeln Sie diese Zahlen als Orientierung, nicht als Angebot. Alter, Beruf, Gesundheit, gewählte Rentenhöhe und Laufzeit verschieben das Ergebnis, und zwei gleichaltrige Menschen können sehr unterschiedliche Beiträge zahlen.

Was echte Angebote nach Alter und Beruf zeigen

Durchschnittswerte verbergen mehr, als sie zeigen. Bei einem festen Profil, 1.500 Euro Monatsrente bis zum 67. Lebensjahr, habe ich Beiträge zwischen gut 40 und knapp 270 Euro gesehen. Diese gesamte Bandbreite entsteht fast ausschließlich durch Alter und Beruf.

Über die Anbieter hinweg zeichnet sich dabei ein stabiles Muster ab:

  • Akademische Büroberufe beginnen bei etwa 30 bis 45 Euro mit 25 Jahren und liegen mit 40 bei 70 bis 95 Euro.
  • Kaufmännische Berufe zahlen etwa 45 bis 65 Euro mit 25 und 95 bis 130 Euro mit 40.
  • Technische Berufe mit Werkstatt- oder Außendienstanteil liegen je nach Einstufung deutlich darüber.
  • Handwerksberufe bilden das obere Ende und kosten ein Vielfaches des Bürobeitrags.

Sehr niedrige Werbebeiträge, wie man sie in Anzeigen findet, gelten fast immer für Antragsteller bis 30 Jahre in risikoarmen Berufen mit kleiner Rentenhöhe. Als Maßstab für Ihre eigene Absicherung taugen sie nicht. Die Beiträge einzelner Versicherer ändern sich zudem laufend, weshalb hier bewusst keine Tarifnamen und keine Momentaufnahmen einzelner Gesellschaften stehen. Welche Beiträge für Ihr Profil tatsächlich gelten, zeigt nur ein aktueller Vergleich; als unabhängiger Versicherungsmakler hole ich diesen für Sie ein.

Warum ein Schreiner doppelt so viel zahlt wie ein Büroangestellter

Folgen Sie dem Geld, landen Sie bei einer einzigen Zahl: der Berufsgruppe. Versicherer ordnen einen Schreiner in der Regel in Gruppe 4 oder eine vergleichbare Hochrisikoklasse ein, direkt neben Dachdeckern und Berufskraftfahrern. Büroangestellte sitzen typischerweise in Gruppe 1 oder 2. Diese eine Einstufung bestimmt Ihren Beitrag, weil der Versicherer das Risiko Ihrer tatsächlichen täglichen Arbeit bepreist.

Warum die Lücke so groß ist, liegt auf der Hand. Holzbearbeitung ist körperlich. Maschinen, scharfe Werkzeuge, Heben und jahrelange Belastung von Rücken, Schultern und Händen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines frühen Leistungsfalls. Innerhalb der Handwerksberufe stufen Versicherer weiter ab, sodass Werkstatt-, Montage- und Baustellentätigkeiten am schlechtesten bewertet werden. In Euro heißt das: Ein 30-jähriger Ingenieur zahlt im günstigsten Tarif etwa 30 Euro monatlich für 1.000 Euro BU-Rente, ein Dachdecker rund 100 Euro für dieselbe Leistung.

Büroarbeit ist deshalb nicht risikofrei. Auch Bürofachkräfte tragen ein erhebliches Berufsunfähigkeitsrisiko, überwiegend aus psychischen und muskuloskelettalen Ursachen. Schwere körperliche Leistungsfälle bleiben dort aber seltener, und genau diesen Unterschied bezahlen Sie.

Wenn Sie eine Vorerkrankung mitbringen, klärt eine anonyme Risikovoranfrage vor dem Antrag, wie die Versicherer Ihr Risiko und Ihr Handwerk bewerten, ohne dass eine Ablehnung in Ihrer Akte landet.

Was 1.500 Euro Rente bis 67 kosten

Legt man die Leistung auf 1.500 Euro im Monat bis zum Alter von 67 fest, spreizen sich die Zahlen weit: Für einen 30-Jährigen reicht der Markt von gut 40 bis knapp 270 Euro, allein aufgrund des Berufs. Ein breiterer Richtwert für 2026 liegt bei etwa 50 bis 250 Euro. Über den Gesamtmarkt betrachtet lag der mittlere Beitrag zuletzt bei rund 75 Euro, bei einer mittleren Rente von 1.300 Euro und einem mittleren Eintrittsalter von 34 Jahren.

In der Praxis sieht das so aus:

  • Büro, IT und akademische Profile: etwa 45 bis 80 Euro im Monat. Ein 30-jähriger Marketingmanager liegt bei 45 bis 75 Euro.
  • Gesundheits- und Pflegeberufe: eine 35-jährige Pflegefachkraft bei 80 bis 120 Euro, ein 45-jähriger Physiotherapeut bei 140 bis 220 Euro.
  • Handwerkliche Berufe: 150 bis 250 Euro und mehr. Ein Fliesenleger zahlt in veröffentlichten Vergleichen rund das Vierfache eines Ingenieurs mit gleichem Profil.

Als Faustregel: Bei niedrigem Risikoprofil sollten Sie 40 bis 100 Euro monatlich einplanen.

Wie Eintrittsalter und Gesundheitsprüfung den Beitrag bewegen

Zwei Dinge beeinflussen Ihren Beitrag stärker als fast alles andere: das Alter bei Vertragsabschluss und die Gesundheitsangaben, die Sie dabei machen.

Mit 25 Jahren und guter Gesundheit zahlen Sie oft etwa die Hälfte dessen, was ein 40-Jähriger für den identischen Schutz zahlt: 35 bis 60 Euro monatlich für 1.500 Euro bis zum 67. Lebensjahr, gegenüber 70 bis 95 Euro mit 40. Das Alter kostet, weil das Leistungsrisiko steigt und Sie weniger Jahre einzahlen. Zusammen mit dem Berufsrisiko und der vereinbarten Rentenhöhe gehört das Eintrittsalter zu den drei Faktoren, die den Beitrag bestimmen.

Die Gesundheitsangaben entscheiden darüber, ob Sie Standardkonditionen bekommen. Vorerkrankungen, chronische Diagnosen, Rauchen oder risikoreiche Hobbys können Zuschläge von 20 bis 100 Prozent, Ausschlüsse oder eine Ablehnung nach sich ziehen. Ab etwa 51 Jahren verlangen viele Versicherer eine ärztliche Untersuchung.

Nach der Annahme bleibt Ihr Beitrag in der Regel stabil. Ein jüngerer Antragsteller mit umfangreicher Krankenakte kann deshalb dauerhaft mehr zahlen als jemand Älteres mit sauberer Historie.

Wie Sie Angebote vergleichen, ohne das Billigste zu kaufen

Zwei Angebote können in der Preiszeile identisch aussehen und sich im Leistungsfall völlig unterschiedlich verhalten. Deshalb vergleiche ich zuerst die Bedingungen und erst danach die Kosten. Diese Mindestkriterien muss ein Tarif erfüllen, um überhaupt in die engere Wahl zu kommen:

  • Leistung ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit
  • Verzicht auf die abstrakte Verweisung
  • sechs Monate Prognosezeitraum
  • rückwirkende Leistung ab Eintritt der Berufsunfähigkeit
  • Beitragsbefreiung ab Leistungsbeginn

Erst danach gewichte ich die Zusatzleistungen: eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsfragen, eine Beitrags- und Leistungsdynamik zum Inflationsausgleich sowie weltweiten Schutz.

Der Preis kommt zuletzt, und nur im Vergleich gleich starker Tarife. Vergleichsportale listen häufig unterschiedliche Beiträge für ähnlich benannte Produkte, deshalb prüfe ich Bedingungen statt Überschriften. In aktuellen Markttests erreicht ein großer Teil der geprüften Tarife eine sehr gute Bewertung. Gute Bedingungen sind also verbreitet genug, dass niemand schwache Klauseln akzeptieren muss, um einen vertretbaren Preis zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzbar?

Grundsätzlich ja, praktisch wirkt es selten. Sie tragen die Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Anlage Vorsorgeaufwand ein, begrenzt auf 1.900 Euro für Angestellte und 2.800 Euro für Selbstständige. Da Kranken- und Pflegebeiträge diesen Höchstbetrag meist bereits ausschöpfen, bleibt für die BU-Beiträge oft kein Spielraum.

Kann der Versicherer meinen Beitrag später erhöhen?

In der Regel nicht. Ihr Beitrag bleibt fest, es sei denn, Ihr Vertrag enthält eine vereinbarte Dynamik, Sie beantragen selbst eine höhere Leistung, oder der Versicherer nimmt eine Anpassung nach § 163 VVG mit Zustimmung eines Treuhänders vor. Der letzte Fall ist selten.

Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahle?

Der Schutz läuft nicht einfach weiter. Sie erhalten eine schriftliche Mahnung mit einer Frist von mindestens zwei Wochen. Versäumen Sie diese, kann der Versicherer die Leistung kürzen oder den Vertrag beenden. Eine Wiederherstellung erfolgt nicht automatisch. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Makler: Eine Beitragsreduzierung oder eine befristete Beitragsfreistellung ist fast immer besser als eine Kündigung.

Deckt die Berufsunfähigkeitsversicherung psychische Erkrankungen ab?

Ja, sofern Ihr Vertrag psychische Erkrankungen nicht ausschließt. Prüfen Sie den Bedingungstext genau. In der Regel brauchen Sie eine fachärztliche Diagnose sowie den Nachweis, dass Sie Ihren Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht ausüben können.

Bin ich versichert, wenn ich ins Ausland ziehe?

Ja, wenn Ihr Vertrag weltweiten Schutz vorsieht. Prüfen Sie diese Klausel vor dem Umzug, denn einzelne Verträge beschränken den Schutz auf Deutschland oder Europa. Auch Arbeitsaufenthalte im Ausland sind in der Regel abgedeckt, solange Sie die Definition der Berufsunfähigkeit weiterhin erfüllen.

Fazit

Ihr Beitrag spiegelt Ihr Alter, Ihren Beruf und Ihre Gesundheitsakte wider, keinen Marktdurchschnitt. Wenn Sie jung und gesund sind, sichern Sie sich jetzt ab: Günstiger als heute wird es nicht mehr. Jagen Sie dabei nicht dem billigsten Angebot hinterher. Prüfen Sie zuerst die Leistungsschwelle, den Prognosezeitraum, die abstrakte Verweisung und den Inflationsschutz, und vergleichen Sie erst dann die Preise gleich starker Tarife.